Ortsgeschichte Tautendorf

Tautendorf – Ausspanne,Wasserscheide und Landratsschanze

Nach Tautendorf gelangt man von Eineborn aus, wo ein Abzweig in Richtung Tautendorfer Brücke unter der A9 hindurch ins Dorf führt. Ein anderer Weg führt von der Landstraße Hermsdorf in Richtung Großebersdorf am Abzweig Neue Schenke in die östlichste Tälergemeinde.

Die Gemeinde Tautendorf befindet sich nicht nur gleichzeitig an der Ostgrenze unserer Verwaltungsgemeinschaft und an der Kreisgrenze zum Landkreis Greiz, sondern auch noch an der Wasserscheide zwischen Saale und Weißer Elster. Während das Regenwasser und die Bäche östlich der Neuen Schenke an der ehemaligen Regensburger Straße in Richtung Weiße Elster fließen, bewegt sich das Wasser westlich davon in Richtung Saale. 

Tautendorf, welches seinen Namen von seinem deutschen Gründer TUTO führt, war eines der rodaschen Klosterdörfer.

Am 10. Juni 1283 bezeugten Hartmann und Hermann von Lobdeburg-Leuchtenburg, dass ihr Vater Hartmann die Hals- und andere Gerichte in den Dörfern Tautendorf, Rothenbach, Winthausen u.s.w. dem Kloster zu Roda geeignet habe,….Somit wird Tautendorf im Jahre 2008 den 725-sten Jahrestag seiner urkundlichen Ersterwähnung begehen. 

In den Zeiten, als der Handel noch mit Pferdegespannen von Nürnberg nach Leipzig über die alte Handfelsstraße (Regensburger Straße) abgewickelt wurde, war die Neue Schenke in Tautendorf eine wichtige Ausspanne, da sie über einen großen Gasthof und Ställe verfügte, die den Handelsreisenden samt Gespannen Unterkunft boten.

Damals war das sicherlich die Stelle, an der die Tälerdörfer mit der großen weiten Welt verbunden waren, denn der Bau der Straße entlang der Roda wurde erst 1863 begonnen.

Zu den Kuriositäten um Tautendorf gehört in jedem Fall die „Landratsschanze“. Diese wurde eher unabsichtlich errichtet, als beim Neubau der Ortsverbindungsstraße von Tautendorf in Richtung Lindenkreuz-Münchenbernsdorf der Übergang beider Straßenbeläge nicht ganz gelang und eine kleine Erhebung bis heute an das Passieren der Kreisgrenze erinnert. Der Landrat a.D. des Saale-Holzland-Kreises, Jürgen Mascher, wird als „Alt-Münchenbernsdorfer“ von seinen damaligen Mitbürgern mit ihr in Verbindung gebracht. 

Nach der Wende kam Tautendorf als ein Brunnendorf mit Ortswasserversorgung schnell in den Genuss von Fördermitteln zur Erneuerung der Trinkwasserversorgung. So begann 1992 der Bau einer Druckleitung von Eineborn her. Ende 1993 war dann auch das Ortsnetz der Trinkwasserversorgung Tautendorf fertig gestellt. Gleichzeitig wurde eine Abwasserleitung verlegt, um in der Zukunft einmal die Abwässer in eine zentrale Kläranlage einzuleiten. Die damaligen Planungen sahen noch eine zentrale Kläranlage für die Tälerdörfer vor.

Nach dem Abschluss des Wasserleitungsbaus glich die Dorfstraße wegen der vielen Tiefbauarbeiten mehr einem unbefahrbaren Feldweg, worauf sich die Gemeinde entschloss, eine neue Dorfstraße zu errichten.
Die Planungen gingen von einem Kostenumfang von 1,1 Mio. DM aus, wobei die Gemeinde Fördermittel erhielt, aber noch einen Eigenanteil von 250.000 DM über einen Kredit finanzieren musste. Im Oktober 1994 wurde die neue Ortsdurchgangsstraße eingeweiht und die restlichen Ortsstraßen und Wege in der Gemeinde wurden im Rahmen der Dorferneuerung von 1994 bis 1999 gebaut oder erneuert. Somit waren dann alle Grundstückszufahrten und Wegeanschlüsse in der Gemeinde erneuert. Auch viele private Baumaßnahmen konnten mit Fördermitteln unterstützt werden, welche besonders für die Dachsanierung genutzt wurden. 

Die Gemeinde konnte als größere Vorhaben den Wegebau des Kirchberges und die Anbindung von Friedhof und Leichenhalle abschließen. Des Weiteren wurden die Stufen des Aufgangs zur Kirche saniert. Die Sanierung der Kirche wird von der Gemeinde Tautendorf ebenfalls unterstützt. Nachdem der Innenraum 2004 neu hergerichtet werden konnte, finanzierte die Gemeinde Tautendorf neue Fenster und stellt auch in diesem Jahr finanzielle Mittel für eine neue Eingangstür bereit, damit der neue Außenputz bald folgen kann.

Zum Volkstrauertag 2002 weihten die Tautendorfer ihr Weltkriegsdenkmal neu ein, welches vorher saniert und durch 2 Tafeln für die Gefallenen des II. Weltkrieges ergänzt wurde.

Für die feierliche Umrahmung dieser Veranstaltung sorgte der Posaunenchor Tautendorf, der seit 40 Jahren Anziehungspunkt für Kinder und Jugendliche ist und das kulturelle Leben der Gemeinde bereichert. Großen Dank gilt dabei den Gründern des Chores und der Leitung, die mit viel Fleiß und Herzblut ehrenamtlich den Klangkörper führen. Sei es das Adventskonzert, Geburtstagsständchen oder der „Letzte Gruß“, der Posaunenchor ist ein fester Bestandteil des Tautendorfer Gemeindelebens.

Neben dem Posaunenchor trägt der Hormsenreiter e.V. zum Gemeindeleben bei. Unter seiner Regie werden weitere Veranstaltungen in der Tälergemeinde organisiert, wie zum Beispiel das „Maibaumstehenlassen“. Bei dem „Ersatzmaibaumsetzen“ pflanzen die Tautendorfer seit 2002 jedes Jahr eine Fichte am Gemeindehaus. Ansonsten ist dies ein richtiges Dorffest mit Musik, Kegeln und Kinderbelustigung, was sich zunehmender Beliebtheit bei den Einwohnern erfreut und sich hoffentlich zu einer guten Tradition entwickelt. Genauso beliebt sind die Radtouren des Vereins, bei denen schon mal 40 bis 50 Teilnehmer durch die Tälerdörfer und ihre Umgebung radeln.  

Für die Durchführung von Dorffesten, aber auch für private Feierlichkeiten steht den Tautendorfern das Gemeindehaus zur Verfügung. Das Gebäude des ehemaligen Kindergartens wurde von der Gemeinde von 2002 bis 2003 komplett umgebaut und neu eingerichtet. Neben dem Gemeindebüro und der Feuerwehrgarage beherbergt es einen Festraum für ca. 60 Personen mit komplett eingerichteter Küchenzeile, der für Familienfeiern und andere Festlichkeiten rege genutzt wird.

Wie in einigen anderen Gemeinden hat das Gemeindehaus als Veranstaltungsort zur Belebung des Gemeindelebens beigetragen.


T.S. 2004