{"id":728,"date":"2020-09-25T16:30:19","date_gmt":"2020-09-25T16:30:19","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinden.huegelland-taeler.de\/?page_id=728"},"modified":"2020-09-25T16:33:35","modified_gmt":"2020-09-25T16:33:35","slug":"ortsgeschichte-lippersdorf-erdmannsdorf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gemeinden.huegelland-taeler.de\/?page_id=728","title":{"rendered":"Ortsgeschichte Lippersdorf-Erdmannsdorf"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><\/td><td><strong><u>Lippersdorf-Erdmannsdorf &#8211; Dorf mit Geschichte und Zukunft<\/u><\/strong> Lippersdorf-Erdmannsdorf liegt malerisch eingebettet in einem Tal der Roda, in den sogenannten T\u00e4lerd\u00f6rfern\u201c. Es ist, wie die meisten T\u00e4lerd\u00f6rfer, ein Siedlungsdorf aus \u201ewilder Wurzel\u201c. Um die Wende des 11 .und 12. Jahrhunderts war hier d\u00fcnnbesiedeltes sorbisches Land. <br>Die deutschen Siedler, die aus Mainfranken kamen, schoben sich mit ihren Rodungen zwischen die weit auseinanderliegenden sorbischen Wohnpl\u00e4tze. <br>Die Siedlungsd\u00f6rfer aus \u201ewilder Wurzel\u201c tragen alle rein deutsche Namen ~ meistens in Verbindung mit einem Vornamen, wenn,, der Ortsname als Bestimmungswort den Vornamen des Siedlungsgr\u00fcnders f\u00fchrt\u201c. 1) \u201eGrunds\u00e4tzlich gilt: die Herausbildung von Ortsnamen mit dem nachstehenden Grundwort -dorf, -feld, -bach, -born ab 8. Jahrhundert.\u201c 2) Die Siedlungsgr\u00fcndung von Lippersdorf wird von W. Kahl 3) mit 29.Dez. 1293 angegeben. <br>Bei einer Nachforschung im Th\u00fcringer Hauptstaatsarchiv konnte die ausgewiesene Original-Urkunde jedoch nicht gefunden werden. <br><br>Die erste nachweisliche schriftliche Erw\u00e4hnung von Lippersdorf fand Herr Bergner in einer Urkunde Friedrich des Strengen aus dem Jahre 1350 im Staatsarchiv Altenburg. 1543 verkaufte Kurf\u00fcrst Johann Friedrich Lippersdorf an die Gebr\u00fcder Kunz, Hans und Apel von Meusebach. Nach dem Aussterben 1753 fiel das Gut an die Landesherrschaft zur\u00fcck. <br><br>Die Bewohner wurden Untertanen des F\u00fcrstlichen Amtes Roda. Im Jahre 1582 z\u00e4hlte Lippersdorf 19 Besitzer, 1754 schon 52 Geb\u00e4ude mit ebenso vielen Besitzern. An der Spitze des Dorfes stand seit 1732 der Schulthei\u00df Christoph O\u00dfwald. Die Familie O\u00dfwald stellte in den nachfolgenden Jahrhunderten viele Schulthei\u00dfe und B\u00fcrgermeister. Willy O\u00dfwald bekleidete dieses Amt von 1924- <em>1945.<\/em> 1864 <em>-65 <\/em>wurde die T\u00e4lerstra\u00dfe gebaut, indem man Vorg\u00e4rten und zum guten Teil das breite seichte Bachbett der Roda benutzte. <br><br>Mit dem Bau der T\u00e4lerstra\u00dfe verlor die Alte Triptiser Stra\u00dfe ihre Bedeutung als Handelsstra\u00dfe, diese Funktion \u00fcbernahm jetzt die neue T\u00e4lerstra\u00dfe. Die ersten Autos f\u00fchren. Ab Mai! Juni 1929 fuhr das erste Postauto durch die T\u00e4ler. Die Brieftr\u00e4ger brauchten nicht mehr mit dem Fahrrad die Post in Roda holen. <br><br>Die Landwirtschaft war der wichtigste Erwerbszweig in den T\u00e4lerd\u00f6rfern und auch der Bauern unseres Dorfes. Es war eine k\u00f6rperlich schwere Arbeit, bedingt durch die bergige Lage. Der karge Boden warf nur wenig ab, die Einkommen waren gering, ebenso die sp\u00e4tere Rente. Reichtum war ein Fremdwort f\u00fcr die Menschen in den T\u00e4lerd\u00f6rfern. Erst mit der Gr\u00fcndung der LPG war den Bauern ein regelm\u00e4\u00dfiges, wenn auch nicht allzu \u00fcppiges Einkommen gesichert. <br><br>Die Geschichte der Schule unseres Ortes kann anhand der bereits vorliegenden Ortschronik bis in das Jahr 1613 zur\u00fcckverfolgt werden. Die Anstellungsurkunde des Lehrers Adam Ackermann von 1613 gibt Auskunft \u00fcber die Aufgaben und Pflichten eines Schulmeisters vor mehr als 380 Jahren.<br><br><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"429\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/lippersdorf1.jpg\" alt=\"lippersdorf1\"> <br>Die Kirche zu Lippersdorf ist dem Schutzheiligen der Schiffer, Wanderer und Fuhrleute geweiht, dem heiligen Sanktus Nicolaus. So steht es im \u00e4ltesten Buch der Pfarrei, dem Kirchenrechnungsbuch aus den Jahren 1541- 1663. <br>Von jener alten Kirche ist baulich nur wenig \u00fcbriggeblieben. Die heutige Kirche wurde 1714-1719 erbaut, der jetzige Kirchturm 1766. \u00a0 Mit dem Bau der Wasserleitung <em>1955!56 <\/em>setzten sich die Einwohner von Lippersdorf das gr\u00f6\u00dfte Denkmal in der neueren Geschichte des Ortes. Sie leisteten 14 974 Arbeitsstunden, vorwiegend mit Spitzhacke, Schaufel und Pferdegespann. <br>Auch die Bewohner von Erdmannsdorf ( Lippersdorf und Erdmannsdorf bilden eine Einheitsgemeinde ) schlossen sich dem Bau der Wasserleitung durch ihren Ort an. <br>F\u00fcr beide Gemeinden begann ein neues Zeitalter. Zum ersten Mal in ihrer vielhundertj\u00e4hrigen Geschichte brauchten sie nicht mehr das Wasser von einem Brunnen zu holen. Viele Familien bauten sich ein Bad und Sp\u00fcltoilette. Was f\u00fcr ein Fortschrift Das Leben auf dem Lande glich sich dem Komfort in der Stadt an. \u00a0 <br><br>Doch auch nach <em>1956 <\/em>entstand noch vieles, worauf die Lippersdorfer stolz sein konnten und es bis heute noch teilweise sind, besonders die \u00e4lteren Einwohner. Sie bauten sich aus einem Teich ein Schwimmbad, an Hilberts Hang eine Sprungschanze, aus einem alten D\u00fcngemittelschuppen eine neue Schulk\u00fcche mit Gemeindeb\u00fcro und ein neues Hortgeb\u00e4ude, und nach dem verheerenden Hochwasser am 13. August 1981 einen neuen Konsum in hunderten freiwilligen Arbeitsstunden. <br>Aber alle diese Einrichtungen gibt es heute nicht mehr. Sie wurden entweder abgerissen oder stehen ungenutzt und verfallen (Konsum). \u00a0 Mit dem Zusammenbruch der DDR begann auch in unserem Ort eine neue Zeit. Es entstand viel Neues. <br><br>Auf dem Grundst\u00fcck der ehemaligen Schulk\u00fcche, das die Sparkasse angekauft hatte, entstand ein neues Sparkassengeb\u00e4ude, welches sich im Baustil sehr gut in das Dorfbild einpasst. Au\u00dfer der Sparkassenfiliale sind auch eine Wohnung und das Gemeindeb\u00fcro darin untergebracht. Ebenfalls nach der Wende er\u00f6ffneten in Lippersdorf die Familie Jacob eine \u00e4rztliche Gemeinschaftspraxis, Frau D\u00f6ring eine Physiotherapie, Egbert Kraft eine Fliesenlegerfirma und im ehemaligen Ferienheim in der vorderen Oelsnitzm\u00fchle Herr B\u00fcrkner ein kleines Landhotel. <br><br>Am 30.11.2002 er\u00f6ffnete Frau Schlichter in einer ausgebauten Garage einen kleinen Laden \u201eVon Senf bis Seide\u201c, wo sie u.a. Honig, Honigprodukte, Koch &#8211; und Backb\u00fccher sowie viele, auch selbstgefertigte, Accessoires und Geschenkartikel anbietet. In Erdmannsdorf gibt es den Blumenladen Herold und den Friseursalon Fuchs (1999). <br><br>Die Sanierung der T\u00e4lerstra\u00dfe war Hauptanliegen in den Jahren 2000-2001. Allein in der Gemeinde Lippersdorf wurden 1,6 Millionen investiert. Die Kosten \u00fcbernahm das Land. Drei neue Holzbr\u00fccken \u00fcberspannen die Roda, allesamt gebaut von der Tischlerei Bartlitz aus Lippersdorf.Die Blumenbepflanzung und Pflege haben die umliegenden Anwohner \u00fcbernommen, auch deren Kosten. <br>F\u00fcr die gef\u00e4llten morschen Linden wurden 9 frische junge Linden gepflanzt. Auch das kulturelle Leben im Ort kommt nicht zu kurz dank eines r\u00fchrigen Feuerwehrvereins. Ohne die hohe Einsatzbereitschaft der Mitglieder w\u00e4ren die Ausgestaltung und Durchf\u00fchrung der Dorf- und Kinderfeste, die Kinderweihnachtsfeier sowie so mancher Einsatz zur Versch\u00f6nerung unserer D\u00f6rfer kaum m\u00f6glich. <br><br>Besonders hervorheben m\u00f6chte ich das gro\u00dfe Engagement der FFW und des Feuerwehrvereins bei der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der Feierlichkeiten, 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lippersdorf\u2018 (1999) und zur 650-Jahr-Feier der urkundlichen Ersterw\u00e4hnung von Lippersdorf\u2018 ( 2001). Hunderte von Menschen aus nah und fern waren gekommen, um den Festumzug zu sehen. Und sie wurden nicht entt\u00e4uscht! <br><br>Ein ganzes Jahr lang liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Viele, viele Einwohner aus Lippersdorf, aber auch aus benachbarten Gemeinden, bereiteten liebevoll die Bilder \u201e650 Jahre Geschichte Lippersdorf\u201c\u2018 vor. Ein Video wurde gedreht und alles f\u00fcr die Nachfahren im Bild festgehalten. Eine neue Ortschronik, zusammengestellt und auf der Festsitzung \u00fcberreicht von Herrn Klaus Bergner aus Renthendorf, waren ein weiterer Beitrag zur Aufarbeitung und Bewahrung von Geschichtlichem und Gegenw\u00e4rtigem von unserem lebenswerten Lippersdorf-Erdmannsdorf. <br><br>Auch die Gemeindechronik wird seit 1998 gef\u00fchrt. Zu den kulturellen H\u00f6hepunkten geh\u00f6rten auch die Feier zum l00j\u00e4hrigen Bestehen des Schulgeb\u00e4udes sowie der Auftritt des Donkosaken-Chores und des Kirchenchores Ottendorf in der Lippersdorfer Kirche. Ein Teil der Erl\u00f6se aus den Auftritten kommt der Sanierung der Lippersdorfer Kirche zugute, die in vollem Gange ist, soweit die Mittel reichen. <br><br>Auch die Erdmannsdorfer versuchen, mit Spendenmitteln ihr Kirchlein zu erhalten. So tr\u00e4gt jeder dazu bei, sein Dorf noch sch\u00f6ner zu machen. Und dass es sich in den T\u00e4lerd\u00f6rfern gut wohnt, belegen auch die j\u00e4hrlich steigenden Einwohnerzahlen von Lippersdorf-Erdmannsdorf.\u00a0 Betrug die Einwohnerzahl 1999 noch <em>530 <\/em>Einwohner, so waren es 2001 schon 551 Einwohner. W\u00e4ren viele junge Leute nicht gen\u00f6tigt, sich in den alten Bundesl\u00e4ndern eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz zu suchen, l\u00e4gen die Einwohnerzahlen noch h\u00f6her. <br><br>Die landschaftlich sch\u00f6ne Lage von Lippersdorf-Erdmannsdorf zieht auch jedes Jahr \u201eH\u00e4uslebauer\u201c an. Allein in 2002 wurden vier neue Einfamilienh\u00e4user im Neubaugebiet \u201e Am Kirchberg\u201c errichtet, zwei davon sind noch im Rohbau, ein junges Paar baute in Erdmannsdorf Insgesamt entstanden nach 1945 in Lippersdorf 30, in Erdmannsdorf 13 neue Eigenheime, davon insgesamt 21 nach der Wende. Dazu kommen noch viele Um- und Ausbauten, mit denen neuer Wohnraum geschaffen und die Wohnqualit\u00e4t verbessert wurde. <br><br>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Hausbesitzer stellte auch die stark umweltverschmutzende Kohleheizung auf Heiz\u00f6l oder Heizgas um, viele H\u00e4user erhielten neue D\u00e4cher, Fenster und Fassaden. F\u00fcr die Erdmannsdorfer Kinder wurde ein neuer Spielplatz gebaut, in Lippersdorf die alte Loge zu einer kleinen, aber feinen Turnhalle umgebaut. In der n\u00e4chsten Zeit soll nun auch die Schule in die Kur kommen, die Mittel f\u00fcr ein neues Dach wurden vom Landkreis genehmigt. \u00a0 So werden Schrift f\u00fcr Schrift die Lebensbedingungen f\u00fcr die Menschen verbessert. Die Lippersdorfer und Erdmannsdorfer lieben ihren Ort, und deshalb engagieren sie sich und helfen mit, dass die \u201esch\u00f6nen T\u00e4lerd\u00f6rfer\u201c noch sch\u00f6ner und liebenswerter werden, wo sich jeder geborgen f\u00fchlt in unserer doch so schnelllebigen Zeit. \u00a0 <br><br>Anneliese Hesse Literaturhinweise: Anneliese Hesse: Ortschronik v.Lippersdorf, 1998-2002 Pfarrer Dies: Chronik von Lippersdorf <em>1956<\/em> l)W.Kahl: Ersterw\u00e4hnung Th\u00fcringer St\u00e4dte und D\u00f6rfer bis 1300, Ein Handbuch, Verlag Rockstuhl, 2001, Seite 7 2) ebenda, Seite 8 3) ebenda, Seite 39<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lippersdorf-Erdmannsdorf &#8211; Dorf mit Geschichte und Zukunft Lippersdorf-Erdmannsdorf liegt malerisch eingebettet in einem Tal der Roda, in den sogenannten T\u00e4lerd\u00f6rfern\u201c. Es ist, wie die meisten T\u00e4lerd\u00f6rfer, ein Siedlungsdorf aus \u201ewilder Wurzel\u201c. 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