{"id":458,"date":"2020-02-14T08:11:17","date_gmt":"2020-02-14T08:11:17","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinden.huegelland-taeler.de\/?page_id=458"},"modified":"2020-02-14T08:11:17","modified_gmt":"2020-02-14T08:11:17","slug":"kirchgemeinde-gneus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gemeinden.huegelland-taeler.de\/?page_id=458","title":{"rendered":"Kirchgemeinde Gneus"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein halbes Leben als Gemeindekirchenrat: Erhardt R\u00f6dger und die Kirchgemeinde Gneus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/KirchgemGneus_4.jpg\" alt=\"KirchgemGneus_4\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Als\n Erhardt R\u00f6dger das Amt des&nbsp; Kirchen\u00e4ltesten der Gneuser Kirchgemeinde \n1964 von Emil R\u00f6dger \u00fcbernahm, war ihm sicherlich nicht bewusst, dass er\n dieses Ehrenamt bis 2007 ausf\u00fchren wird. Im Herbst des vorigen Jahres \n\u00fcbernahm Sohn Jens sein Amt. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass\n es nicht immer einfach war, sich f\u00fcr den Erhalt des Gneuser \nKirchengeb\u00e4udes einzusetzen, kann Herr R\u00f6dger mit vielen Geschichten \nbelegen. Doch er meint dazu: \u201eDie Kirche ist das Spiegelbild eines \nDorfes.\u201c Und somit war es f\u00fcr ihn nicht nur aus Glaubensgr\u00fcnden \nselbstverst\u00e4ndlich, sich f\u00fcr den Erhalt des Kirchengeb\u00e4udes einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angefangen\n haben wir mit den Fenstern\u201c, erinnert sich Erhard R\u00f6dger. Diese waren \nteilweise zu Bruch gegangen durch die Ersch\u00fctterungen, die \n\u00dcberschallfl\u00fcge beim Durchbrechen der Schallmauer durchbrechen. Doch in \nden 1980er Jahren war schon das Beschaffen des Holzes nicht einfach. <\/p>\n\n\n\n<p>Man\n erhielt als Kirchgemeinde eine staatliche Zuweisung f\u00fcr Kiefernpfosten.\n Diese wurden im S\u00e4gewerk Ottendorf abgeholt und dann erst einmal drei \nJahre neben der Kirche abgelagert. Mit dem S 4000 der LPG \ntransportierten die Gneuser das Holz&nbsp; in die kircheneigene Tischlerei \nnach Quittelsdorf, wo dann&nbsp; die Gneuser Kirchenfester gebaut wurden. Die\n neuen Fenster konnten in der \u201eWendezeit\u201c eingebaut werden. \u00c4hnlich \nkompliziert war es mit der \u201eElektrifizierung\u201c. Der Strom lag zwar nach \nvielen Antr\u00e4gen am Kirchengeb\u00e4ude an, doch der Antrag f\u00fcr&nbsp; die \nInneninstallation verschwand auf unerkl\u00e4rliche Weise und es \u201ehat lange \nnicht gefunkt\u201c. Die nach vielen Hin und Her dann doch noch eingebauten \n\u201eWaschhauslampen\u201c findet Herr R\u00f6dger heute nicht mehr sch\u00f6n, doch es gab\n Ende der 80er Jahre ganz andere Probleme. Der Turm des Kirchengeb\u00e4udes \nwar undicht und eindringendes Regenwasser verursachte jedes Jahr gro\u00dfe \nSch\u00e4den. <\/p>\n\n\n\n<p>Von\n der bereits im 1958 bei einem Orkan fortgewehten Wetterfahne ganz zu \nschweigen. Sie landete im Garten des benachbarten Grundst\u00fccks.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/KirchgemGneus_2.jpg\" alt=\"KirchgemGneus_2\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bis\n zur Wende hin blieb der undichte Kirchturm das gr\u00f6\u00dfte Problem der \nGneuser Kirchengemeinde und wurde so zum wichtigsten Bauvorhaben. Herr \nR\u00f6dger kann sich noch gut an die Versammlung des Kirchenrates 1991 \nerinnern, bei der \u00fcber die dringend notwendigen Arbeiten am Turm beraten\n wurde: \u201eIn unserer Gemeindekasse hatten wir 600 DM und die Bauarbeiten \nsollten vielleicht Hunderttausend Mark kosten.\u201c Dem damals \nverantwortlichen Pfarrer Becher gelang es dennoch, den Kirchenrat der \nGemeinde Gneus zu \u00fcberzeugen, mit den Arbeiten am Turm zu beginnen: \u201eWo \netwas getan wird, da gibt es auch Mittel.\u201c Auch der Kirchenrat R\u00f6dger \nwar der Meinung, dass es galt \u201ejetzt oder nie\u201c, denn es bestand die \nGefahr, dass jedes weitere Jahr gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den anrichten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\n die Gneuser Einwohner verlie\u00dfen sich nicht nur auf F\u00f6rdermittel, \nsondern sie legten auch selbst flei\u00dfig Hand an. Besonders beeindruckt \nwar Erhard R\u00f6dger von der gro\u00dfen Einsatzbereitschaft der Gneuser M\u00e4nner,\n ob jung oder alt: \u201eDie Leute haben von April bis September 1991 fast \njeden Abend von 17 Uhr bis zum Dunkelwerden auf dem selbst errichteten \nGer\u00fcst gearbeitet. Es wurden von den zahlreichen freiwilligen Helfern \nviele Meter Holzschalungen und Balken erneuert oder erg\u00e4nzt. Insgesamt \nwurden \u00fcber 1500 Stunden geleistet\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Die\n ehrenamtliche Bauleitung \u00fcbernahm Pfarrer B\u00e4cher aus Trockenborn, \nunterst\u00fctzt von Pfarrer Schwochow, der auch selbst mit Hand anlegte. Am \nEnde konnten so 25.000 DM an Eigenleistungen erwirtschaftet werden. Eine\n Fachfirma brauchte dann nur noch die Schieferverkleidung anbringen. \n\u201eNur 1. Wahl Schiefer und beste Kupfern\u00e4gel wurden verwendet\u201c, so \nversichert Erhard R\u00f6dger. <\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt\n wurden rund 80.000 DM investiert, bestehend aus F\u00f6rdermitteln des \nDenkmalschutzes, Zusch\u00fcssen der Landeskirche sowie zahlreiche Spenden \nvon Gemeindemitgliedern und Einwohnern in einer H\u00f6he von 10.000 DM. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend\n der Turmknopf noch gut erhalten wiederverwendet werden konnte und&nbsp; mit \neiner neuen Fahne best\u00fcckt wurde, war es um die Turmuhr schlechter \nbestellt. Sie war seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb und musste \nentweder restauriert oder erneuert werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine\n Restaurierung des handgeschmiedeten Uhrwerks sollte 29.000 DM kosten \nund ein neues Uhrwerk 14.000 DM kosten. Nach Verhandlungen mit dem \nHersteller konnte ein Rabatt von 4000 DM ausgehandelt werden und so \nbekamen die Gneuser f\u00fcr ihre Uhr eines der modernsten funkgesteuerten \nUhrwerke in ihren Kirchturm. F\u00fcr das Ziffernblatt konnte durch Sebastian\n Knebel eine Schmiede in Gera \u00fcberzeugt werden, es ehrenamtlich zu \nschmieden. <\/p>\n\n\n\n<p>Alle\n Arbeiten verliefen unfallfrei und so konnte 1991 ein Knopffest \u201emit \ngro\u00dfem Bahnhof\u201c gefeiert werden. Die neue Wetterfahne mit der Jahreszahl\n 1991 und der in der Sonne gl\u00e4nzende Schiefer des Kirchturmes zeugen \nseit dem von dem Kraftakt den die kleine Kirchgemeinde unter der Regie \nihres Kirchenrates leistete.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n Orgelbauerlehrling Sebastian Knebel war es auch, der in den 1980er \nJahren einen wahren Schatz in der Gneuser Kirche entdeckte: eine 1737 \ngebaute Orgel des Orgelbauers Justinius Ehrenfried Gehardt. Sie gilt \nheute als eine der ersten Werke des Orgelbauers. Durch den pers\u00f6nlichen \nEinsatz von Sebastian Knebel konnte 1988 die Orgel vor der Zerst\u00f6rung \ndurch den Holzwurm gerettet werden. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/KirchgemGneus_5.jpg\" alt=\"KirchgemGneus_5\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Damit\n gab es f\u00fcr die Gneuser Kirchgemeinde eine weitere Herausforderung zu \nbew\u00e4ltigen. Die Rettung ihrer Orgel. Besondere Unterst\u00fctzung erfuhren \ndie Gneuser vom Kirchen-Kunst-Verein mit Frau Schwochow an der Spitze. \nDer Verein organisierte bislang 56 Benefizkonzerte f\u00fcr die Rettung der \nOrgel, deren 131.000 DM Restaurierungskosten mittlerweile abgezahlt \nwurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Orgelweihe fand 1997 wieder unter gro\u00dfer Beachtung statt. Neben der \nOrgel wurde, wie vom Denkmalschutz gefordert, das Tretwerk erneuert. So \nkann die Orgel auch noch ohne Strom gespielt werden, was bei einem \nStromausfall auch schon einmal vorkam, wie sich Herr R\u00f6dger erinnern \nkann. Oft trat er als Vertretung f\u00fcr Wilhelm Bode w\u00e4hrend der \nGottesdienste oder bei Trauerfeiern das Tretwerk, um mittels der mit \nZiegenleder bespannten Blaseb\u00e4lge f\u00fcr ausreichend \u201eSpielluft\u201c zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>In\n der Kirche gab und gibt es auch danach weiterhin viel zu tun, wobei \nErhard R\u00f6dger die vielen Helfer und Spender gar nicht alle aufz\u00e4hlen \nkann, die in den vielen Jahren seine Arbeit unterst\u00fctzten. Sei es Dr. \nKr\u00e4mer, der Kerzenst\u00e4nder selbst drechselte und sich um die \nSchnitzereien in der Kirche bem\u00fchte, Stellmacher Wolf, der die Turml\u00e4den\n herstellte, Bern Hoffmann, der Malerarbeiten vornahmen, Veit Kraft, der\n die Eingangst\u00fcr restaurierte, oder die Malerfirma Dietzsch. Letztere \nkonnte dank der 2005 erlangten Lottomittel die Holzfenster der Gneuser \nKirche restaurieren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/KirchgemGneus_3.jpg\" alt=\"KirchgemGneus_3\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eAls\n n\u00e4chstes ist eine Holzschutzbehandlung an der Innenausstattung der \nKirche&nbsp; vorgesehen, besonders der Altar ist stark befallen\u201c, wei\u00df \nErhardt R\u00f6dger zu berichten und weist darauf hin, das jetzt sein Sohn \nJens dem neu gew\u00e4hlten Kirchenrat vorsteht, bei dem er die Gneuser \nKirche in guten H\u00e4nden wei\u00df. <\/p>\n\n\n\n<p>(C)Text und Fotos: T.Schwarz Juni 2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein halbes Leben als Gemeindekirchenrat: Erhardt R\u00f6dger und die Kirchgemeinde Gneus Als Erhardt R\u00f6dger das Amt des&nbsp; Kirchen\u00e4ltesten der Gneuser Kirchgemeinde 1964 von Emil R\u00f6dger \u00fcbernahm, war ihm sicherlich nicht bewusst, dass er dieses Ehrenamt bis 2007 ausf\u00fchren wird. Im Herbst des vorigen Jahres \u00fcbernahm Sohn Jens sein Amt. Dass es nicht immer einfach war, sich f\u00fcr den Erhalt des Gneuser Kirchengeb\u00e4udes einzusetzen, kann Herr R\u00f6dger mit vielen Geschichten belegen. 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