{"id":446,"date":"2020-02-14T07:27:26","date_gmt":"2020-02-14T07:27:26","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinden.huegelland-taeler.de\/?page_id=446"},"modified":"2020-02-14T07:27:26","modified_gmt":"2020-02-14T07:27:26","slug":"ortsgeschichte-gneus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gemeinden.huegelland-taeler.de\/?page_id=446","title":{"rendered":"Ortsgeschichte Gneus"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Gneus &#8211; ein Dorf von Wald und Landwirtschaft gepr\u00e4gt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Gemeinde Gneus ist mit ihren zwei Ortsteilen Ober- und Untergneus die \nerste H\u00fcgellandgemeinde, die man auf der, im Jahre 2001 grundhaft \nerneuerten, sch\u00f6nen Stra\u00dfe von Geisenhain kommend erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In\n einem von Wiesen und Wald eingefassten Tal (Untergneus) und auf einer \netwas h\u00f6her gelegenen Ebene (Obergneus) leben insgesamt ca. 170 \nEinwohner. Vom Ortsbild her pr\u00e4gt beide Ortsteile der sch\u00f6n gepflasterte\n Dorfplatz mit den rundumliegenden, doch recht stattlichen&nbsp; Geh\u00f6ften. <\/p>\n\n\n\n<p>Typisch\n f\u00fcr Obergneus ist die Dorflinde auf dem Dorfplatz, die auch vom \nDenkmalschutzamt als schutzw\u00fcrdig eingestuft wurde. Auf dem Untergneuser\n Dorfplatz wird in einigen Jahren auch eine so stattliche&nbsp; Linde stehen.\n Dort wurde zur Wiedervereinigung 1990 wohl eine Einheitseiche \ngepflanzt. Doch Eichen wollen auf dem Dorfplatz in Untergneus nicht so \nrecht gedeihen, weshalb nach mehreren Versuchen im Jahr 1994 eine Linde \ndiesen Platz einnahm und sich pr\u00e4chtig entwickelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Urkundlich\n erw\u00e4hnt wurde Gneus schon im Jahre 1411 in einem Lehnbrief des \nLandgrafen Wilhelm, im Jahre 1457 gehen \u201eZinsen Nydergnus und Obergnus \nin die Pflege Leuchtenburg\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits\n 1570 gab es eine Schule, die sich neben der Kirche befindet und im \nJahre 1677 vom Blitz getroffen niederbrannte. Bis 1961 besuchten die \nKinder aus Gneus die ortsans\u00e4ssige Schule, danach mussten die Sch\u00fcler in\n der Zentralschule in Tr\u00f6bnitz lernen. Im selben Jahr wurde der letzte \nin Gneus wirkende Lehrer, Herr Krapp, in den Ruhestand versetzt. Er ist \nder Erfinder des Gneuser Heimatabends, den er im Januar 1957 ins Leben \nrief. <\/p>\n\n\n\n<p>Die\n gemeinsame Kirche beider Ortsteile beherbergt ein kostbares Kleinod der\n Orgelbaugeschichte. Im Jahre 1737 wird von Justus Ehrenfried Gerhard \neine neue Orgel eingebaut. Sie ist die \u00e4lteste erhaltene Orgel im Gebiet\n des ehemaligen Kreis Stadtroda und konnte durch den Einsatz des Vereins\n zur Wahrung und Rettung kirchlicher Kunst und Kultur im Umkreis \nStadtroda e. V. erhalten werden. Eine wichtige Vorraussetzung daf\u00fcr war \ndie die Erhaltung des Kirchengeb\u00e4udes. Im Jahre 1820 neu gebaut, war es \nnach der Wende h\u00f6chste Zeit f\u00fcr eine Sanierung. Die Reparatur des \nKirchturmdaches konnte 1991 realisiert werde. Die Einwohner der Gemeinde\n Gneus leisteten hierbei gro\u00dfe Hilfe, so konnte das Ger\u00fcst in \nEigenleistung gestellt werden. Dadurch wurden die Neueindeckung des \nTurmdaches und die Erneuerung der Wetterfahne erst m\u00f6glich. Bei dieser \nGelegenheit wurde auch der Inhalt des Turmknopfes mit Dokumente und \nFotos als Botschaft f\u00fcr die Zukunft erg\u00e4nzt. Eine neue Kirchenuhr zeigt \nallen Einwohnern und G\u00e4sten funkuhrgenau an, welche Stunde geschlagen \nhat und im Dezember 1994 konnte mit einer Orgelweihe die Restaurierung \ndes kostbaren Instrumentes gefeiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Einwohner von Gneus sind schon immer aktiv in die Gestaltung und \nEntwicklung ihrer Gemeinde eingebunden. Besonders bei Stra\u00dfen- und \nDorfplatzbau legten sie flei\u00dfig mit Hand an. W\u00e4hrend ab 1965 der \nDorfplatz und die Hauptstra\u00dfe in Untergneus gepflastert wurden, kam \ndieses Vorhaben 1984 in Obergneus zum Abschluss. Viele Arbeiten zur \nVorbereitung, wie die Verlegung der Kanalisation, wurden in NAW \ndurchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\n 1989 ging es dann schon moderner zu und es konnte1992 das \nTrinkwassernetz in Untergneus, welches 1904 erbaut wurde, erneuert \nwerden. Es folgte 1993 der Neubau des Hochbeh\u00e4lters f\u00fcr Ober- und \nUntergneus. Im Jahre1993 konnte seitens der Gemeinde dann auch mit der \nErneuerung der Nebenstra\u00dfen begonnen werden, die im Zuge des \nWasserleitungsbaues betroffen waren. Ein gro\u00dfer Fortschritt war die 1999\n begonnene Stra\u00dfenerneuerung der Kreisstra\u00dfe zwischen Gro\u00dfbockedra und \nGeisenhain. Mit dieser Ma\u00dfnahme wurde auch die Hauptstra\u00dfe in beiden \nOrtsteilen saniert, besonders das Verschwinden des gef\u00fcrchteten \nHolperpflasters am Berg zwischen Unter- und Obergneus war f\u00fcr alle \nFahrer und Fahrzeuge eine Erl\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders\n viel konnte geschaffen werden, als Gneus im F\u00f6rderprogramm der \nDorferneuerung von 1998 bis 2001 aufgenommen war. Ungef\u00e4hr 60 Prozent \nder Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer stellten f\u00fcr private Ma\u00dfnamen \nF\u00f6rdermittelantr\u00e4ge, wovon das Dorfbild entscheidend an Ansehen gewinnen\n konnte. Viele Fachwerkfassaden strahlen mit neuen Fenstern und neuem \nAnstrich und bringen so ihre ganze Sch\u00f6nheit zum Ausdruck. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber\n auch viel gemeindlichen Vorhaben wurden durch die F\u00f6rderung des Landes \nTh\u00fcringen m\u00f6glich: Es wurden weitere Stra\u00dfenbauarbeiten an Pl\u00e4tzen und \nNebenstra\u00dfen get\u00e4tigt, in jedem Ortsteil ein neuer Spielplatz gebaut, \ndie beiden Feuerwehrh\u00e4user in die Kur genommen, die Bushaltestellen \nerneuert, und der Volleyballplatz in Obergneus hergerichtet. Besonders \ndas Kulturhaus in Untergneus konnte von der Dorferneuerung profitieren. \nNeben Fenstern, Dach, Fassade konnten auch die Sanit\u00e4ranlagen&nbsp; erneuert \nwerden. <\/p>\n\n\n\n<p>So\n k\u00f6nnen die traditionell in Gneus begangenen Feste in einem sch\u00f6nen \nKulturhaus durchgef\u00fchrt werden. Zu nennen sind hier der Heimatabend, die\n Silvesterfeier, das Maibaumsetzen und verschiedenste Familienfeiern, \ndie oft im gro\u00dfen Rahmen mit dem Dorf gemeinsam gefeiert werden, wie zum\n Beispiel Polterabende, Hochzeiten und Hochzeitsjubil\u00e4en. Der H\u00f6hepunkt \nsolcher Hochzeitsjubil\u00e4en war 2002 die Eiserne Hochzeit von Walter und \nGertrud Fritsche aus Obergneus. Doch auch bei andern Hochzeiten ist das \nBauen einer Ehrenpforte eine sch\u00f6ne und bew\u00e4hrte Tradition in den beiden\n Ortsteilen. Es wird eigentlich gern gefeiert und schnell ein Grund zum \nFeiern gefunden. <\/p>\n\n\n\n<p>Weithin\n bekannt ist der Fr\u00e4nkische Dorfabend in Obergneus, der1996 das erste \nMal stattfand und der vom Partnerorchester der Gemeinde Gneus aus \nBallingshausen musikalisch ausgestaltet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n Sinn f\u00fcr Geselligkeit erw\u00e4chst sicherlich auch aus der gemeinsamen \nArbeit der Einwohner in den zwei Waldgenossenschaften aus dem vorigen \nJahrhundert, die 1991 wieder gegr\u00fcndet wurden. Um die Jagd zu \nverpachten, musste eine Jagdgenossenschaft gegr\u00fcndet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In\n einer&nbsp; Forstbetriebsgemeinschaft sind die Gneuser Waldbesitzer \nzusammengeschlossen. Sie wurde gegr\u00fcndet, nachdem 1991 die Eigent\u00fcmer \nihren Wald zur\u00fcckbekamen, der bis dahin vom Staatlichen \nForstwirtschaftsbetrieb bewirtschaftet wurde. Neben den Pflegema\u00dfnahmen,\n die ein Wald so braucht und dem Kampf gegen den Borkenk\u00e4fer, hatte die \nForstbetriebsgemeinschaft fast drei Jahre damit zu tun, die \nGrundst\u00fccksgrenzen von 130 Waldflurst\u00fccken neu abzumarken, da die \nGrenzmarkierungen durch die Bewirtschaftung zu DDR-Zeiten verschwunden \nwaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\n nicht nur mit dem Wald sind die Einwohner von&nbsp; Gneus verbunden, auch \ndie Teichwirtschaft wird in Untergneus gepflegt. Nachdem im Jahr 2000 \nder Beginn von Autobahnausgleichsma\u00dfnahmen unter gro\u00dfen logistischen \nProblemen mit dem parallel durchgef\u00fchrten Stra\u00dfenbauma\u00dfnahmen begann, \nwurde, unter Beachtung von&nbsp; hohen Auflagen, der Grundstein f\u00fcr die \nerfolgreiche Weiterf\u00fchrung der Teichbewirtschaftung gelegt. Es ist somit\n auch kein Wunder, dass in Gneus zwei Gewerbe f\u00fcr Holzhandel und eine \nZierfischzucht ans\u00e4ssig sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Beide\n Ortsteile waren fr\u00fcher reine Bauernd\u00f6rfer und seit Jahrzehnten befindet\n sich die Werkstat der Agrargenosseschaft in Obergneus. Nach \numfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten, ausgef\u00fchrt von heimischen \nFirmen, befindet sich auch die Verwaltung der Agrargenossenschaft \nneuerdings in Obergneus. In dem Agrarunternehmen haben 6 Obergneuser \neine Arbeitsstelle vor Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber\n das VG- Gebiet bekannt sind die Volleyballer aus Obergneus, nicht nur \ndurch ihr allj\u00e4hrlich stattfindendes Volleyballturnier. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein\n Besuch in Gneus lohnt sich nicht nur zu dieser Veranstaltung, durch die\n Anstrengungen der Einwohner hat sich Gneus zu einem sehenswerten Ort \nentwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gneus &#8211; ein Dorf von Wald und Landwirtschaft gepr\u00e4gt Die Gemeinde Gneus ist mit ihren zwei Ortsteilen Ober- und Untergneus die erste H\u00fcgellandgemeinde, die man auf der, im Jahre 2001 grundhaft erneuerten, sch\u00f6nen Stra\u00dfe von Geisenhain kommend erreicht. In einem von Wiesen und Wald eingefassten Tal (Untergneus) und auf einer etwas h\u00f6her gelegenen Ebene (Obergneus) leben insgesamt ca. 170 Einwohner. Vom Ortsbild her pr\u00e4gt beide Ortsteile der sch\u00f6n gepflasterte Dorfplatz mit den rundumliegenden, doch recht stattlichen&nbsp; Geh\u00f6ften. 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