{"id":1276,"date":"2021-01-27T18:29:25","date_gmt":"2021-01-27T18:29:25","guid":{"rendered":"http:\/\/gemeinden.huegelland-taeler.de\/?page_id=1276"},"modified":"2021-01-27T18:30:31","modified_gmt":"2021-01-27T18:30:31","slug":"geschichte-der-oberbodnitzer-feuerwehr-handdruckspritze","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gemeinden.huegelland-taeler.de\/?page_id=1276","title":{"rendered":"Geschichte der Oberbodnitzer Feuerwehr-Handdruckspritze"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<p><strong>Die Geschichte der Oberbodnitzer Feuerwehr &#8211; Handdruckspritze<\/strong> In mehreren Gemeinden unserer Verwaltungsgemeinschaft gibt es sie noch, die alte Feuerwehrtechnik, wie zum Beispiel die alten Handdruckspritzen. Sie \u00fcbernahmen in den Gr\u00fcndungszeiten der Freiwilligen Feuerwehren bis zur \u201eMotorisierung\u201c die Wasserversorgung bei L\u00f6scheins\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/Handdruckspritzems.jpg\" alt=\"Handdruckspritzems\" width=\"534\" height=\"410\"\/><figcaption><strong><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Oberbodnitzer Handdruckspritze<\/span><\/strong><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p> Eine der bekanntesten Handdruckspritzen in unserer Gegend ist in Besitz der Oberbodnitzer Feuerwehr. In der Gemeinde gab es sogar einmal zwei Spritzen. \u00dcber die \u00e4ltere Spritze konnte man sogar in der Feuerwehrzeitung vom Februar 1940 lesen<em>:<br>\u201eDie Feuerwehr der Gemeinde Oberbodnitz in Th\u00fcringen besitzt eine alte Spritze, die von der Gemeinde im Jahre 1796 erworben wurde. Es handelt sich um eine sogenannte Sto\u00dfspritze; sie ist fahrbar, aber noch mit Holzachsen ausger\u00fcstet und bildet noch heute ein einsatzf\u00e4higes Ger\u00e4t der Wehr. Die Spritze wird bei allen vorkommenden Gelegenheiten eingesetzt und bewies stets eine ganz hervorragende Durchschlagskraft, die immer Bewunderung erregte.\u201c<br><br><\/em>Zu den technischen Daten kann man in einem Feuerwehrkalender lesen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Oberbodnitzer Spritze hat einen Kolbendurchmesser von 120 mm, das bedeutet, dass acht Leute zur Druckmannschaft geh\u00f6rten.<br>Hinzu kam die eigentliche Einsatzgruppe von acht Feuerwehrleuten. Um den Einsatz nach Vorschrift bzw. Reglement durchzuf\u00fchren, waren also mindestens 16 Mann erforderlich. Bei einem gr\u00f6\u00dferen Feuer war es dann aber auch erforderlich noch mehr Leute zu haben, um die Druckmannschaft abl\u00f6sen zu k\u00f6nnen, denn das Pumpen war schon recht anstrengend.<br>Bei einem Leistungsspritzen im Deutschen Feuerwehrmuseum Fulda haben die Oberbodnitzer Kameraden in einer Zeit von f\u00fcnf Minuten 1050 Liter Wasser, bei einer durchschnittlichen Wurfweite von 28 m gef\u00f6rdert.\u201c Noch im Jahre 1943 im aktiven Brandeinsatz, wurde diese Spritze dann aber 1945\/46 auseinandergenommen, um an das zu dieser Zeit so begehrte Buntmetall zu gelangen. Grund f\u00fcr ihre Stillegung war die Anschaffung einer Motorspritze TS 8 im Jahr 1946, welche aus der nahegelegnen REIMAHG stammte. Doch die Oberbodnitzer verf\u00fcgten noch \u00fcber eine zweite Handdruckspritze, die nun ebenfalls nicht mehr zum Einsatz kam, aber vor der Demontage gerettet werden konnte. Ihre Einsatzgeschichte beschrieb der altgediente Feuerwehrmann Dieter Zipfel aus Oberbodnitz 1998 zum 100. \u201eGeburtstag\u201c der Spritze:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/Handdruckspritze_4.jpg\" alt=\"Handdruckspritze_4\" width=\"413\" height=\"371\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Als Mitte der 1890er Jahre das Bauerngeh\u00f6ft Schleitzer bis auf die Grundmauern abbrannte, beschlossen die Gemeindev\u00e4ter 1897, eine Handdruckspritze zu kaufen.<br>Die Handdruckspritze wurde von der Firma Brauer und Luck aus Altenburg gebaut und von der Gemeinde Oberbodnitz im Jahre 1898 gekauft. Ihre erste Feuertaufe bestand sie 1903, als die Bauernh\u00f6fe Zipfel und Glaser bis auf die Grundmauern abbrannten. Hier hatte sich unsere Handdruckspritze durch einen richtigen Einsatz bew\u00e4hrt. Nach Aussagen des Brandstifters mit Namen \u201eV\u00f6lkel\u201c sollte der ganze Ortsteil hinter der Kirche ein Raub der Flammen werden.Im Jahr 1923 r\u00fcckte die Wehr zu einem Scheunenbrand bei der Familie Polz aus. F\u00fcr unsere Handdruckspritze bestand die Aufgabe darin, die Wohnh\u00e4user der Familien Oertel und Wie\u00dfler vor dem Raub der Flammen zu sch\u00fctzen.Zu einem \u00fcber\u00f6rtlichen Brandeinsatz r\u00fcckte die Oberbodnitzer Wehr 1924 nach Seitenroda aus. Dort brannte durch Blitzschlag die Scheune der Familie Sahr ab. Die Wehr hatte die Aufgabe, mit unsrer Handdruckspritze die Schule der Gemeinde Seitenroda vor den Flammen zu halten, wof\u00fcr sie vom Land Th\u00fcringen ausgezeichnet wurde und die Kameraden erhielten einen Winkel, den sie seit diesem Tag am linken \u00c4rmel der Uniform trugen. Weiter kam es zu einem \u00fcber\u00f6rtlichen Brandeinsatz in der Gemeinde Trockenborn. Durch Blitzschlag brannte eine Scheune ab, wo auch unsere Wehr mit der Handdruckspritze zum Einsatz kam.Zu einem Brandeinsatz mit der Handdruckspritze kam es 1944 in unserer Gemeinde bei der Familie R\u00fcdel. Hier brannte das Stallgeb\u00e4ude und unsere Handdruckspritze hatte die Aufgabe, das Wohnhaus der Familie Fickler zu halten.<br>Dieses war der letzte Einsatz unserer Handdruckspritze, denn 1946 bekam unsere Gemeinde eine TS 8 und unsere Handdruckspritze stand bis 1964 nur noch im Ger\u00e4tehaus.<br>Im Jahr 1964 f\u00fchrten uns die Begr\u00fcnder der FFW-Oberbodnitz aus Anlass des 40j\u00e4hrigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr eine Grund\u00fcbung mit der Handdruckspritze vor. Seit diesem Tag ist sie nicht mehr zum Einsatz gekommen, jedoch wird sie im ganzen Kreis und \u00fcberkreislich bei Jubil\u00e4en und Umz\u00fcgen als Traditionsfahrzeug mit eingesetzt<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/Handdruckspritze_5.jpg\" alt=\"Handdruckspritze_5\" width=\"529\" height=\"352\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach der Wende lasen die Kameraden der Oberbodnitzer Feuerwehr 1991 eine Ausschreibung des Deutschen Feuerwehrmuseums in Fulda. In dieser wurde zum Museumsfest eingeladen, bei dem historische Feuerwehren begutachtet und bewertet werden sollten. Trotz einiger kritischer Stimmen zogen die Feuerwehrm\u00e4nner los, auch wenn sie sich nicht so sicher waren, ob sie denn mit ihrem \u201eliederlichen Ding\u201c von Handdruckspritze \u00fcberhaupt beachtet werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch genau das Gegenteil war der Fall. Auf Anhieb schaffte man in dem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb den 6. Platz. Es wurde f\u00fcr die Oberbodnitzer ein unvergessliches Wochenende. Nur zwei Jahre sp\u00e4ter schon konnte mit der Handdruckspritze beim gleichen Wettbewerb der 2. Platz belegt werden. Ein Erfolg, der dem guten Originalzustand der Handdruckspritze und ihrer technischen Funktionsf\u00e4higkeit zu verdanken war. Neben den guten Platzierungen, die daraufhin alle zwei Jahre zum Feuerwehrmuseumsfest in&nbsp; Fulda erreicht wurden, kn\u00fcpften die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Oberbodnitz viele international Kontakte. So fuhren sie dann 1992 nach Haderslov in D\u00e4nemark, um dort an einem internationalen Handruckspritzentreffen teilzunehmen. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle sehr beeindruckend war die Teilnahem an dem gro\u00dfen Festumzug zum Stadt- und Feuerwehrjubil\u00e4um, war man noch wenige Jahre vorher von der einen H\u00e4lfte Europas abgeschnitten, konnte man siech jetzt mit Feuerwehren aus vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern austauschen. Besonders die Kameradschaft unter den Feuerwehrm\u00e4nnern war ein beeindruckendes Erlebnis. Den gr\u00f6\u00dften Erfolg errangen die Oberbodnitzer mit ihrer Handdruckspritze 1996 zum 1. Th\u00fcringer Handdruckspritzenwettbewerb in W\u00f6lfis. Bei der Bewertung des&nbsp; technischen Zustands und f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Grund\u00fcbung mit der Handdruckspritze wurde der Sieg errungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das war Ansporn f\u00fcr die Ausrichtung eines Handdruckspritzentreffens in Oberbodnitz und als Termin wurde der 100. Geburtstag der Oberbodnitzer Spritze ausgew\u00e4hlt. Im Vorfeld dieses gro\u00dfen Ereignisses konnte eine fachgerechte Restaurierung durch eine auf alte Feuerwehrtechnik spezialisierte Werkstatt in Oppurg organisiert werden. P\u00fcnktlich zum Feuerwehrfest 1998, dem 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um f\u00fcr die Handruckspritze, konnte diese bestens restauriert, was von Experten best\u00e4tigt wurde. So konnte der Originalzustand von 1898 nahezu wiederhergestellt werden. Sicherlich h\u00e4tte man mit der Spritze auch zum 2. Th\u00fcringer Handdruckspritzenfest einen vorderen Platz belegt. Doch als Gastgeber wollten die Kameraden aus Oberbodnitz auf eine Teilnahme am Wettbewerb verzichten, einerseits der Fairness halber, andererseits wegen des gro\u00dfen Teilnehmerfeldes von 25 alten Handdruckspritzen, die aus ganz Th\u00fcringen angereist waren. Deren Bewertung stellte schon eine gewaltige Aufgabe f\u00fcr die Oberbodnitzer Wehr dar.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.huegelland-taeler.de\/assets\/images\/Handdruckspritze_66.jpg\" alt=\"Handdruckspritze_66\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Neben den schon geschilderten Veranstaltungen nehmen die Oberbodnitzer Kameraden mit ihrer Handdruckspritze und in historischen Uniformen noch an zahlreichen Umz\u00fcgen, Feuerwehrfesten und Jubil\u00e4en im Landkreis, wie zum Beispiel in Kahla, Stadtroda und Hermsdorf teil. Und auch \u00fcber die Kreisgrenzen hinweg fand die Handdruckspritze gro\u00dfe Beachtung, wobei der gro\u00dfe Festumzug zum 125j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Th\u00fcringer Feuerwehrverbandes 1993 in Jena als nur ein Beispiel genannt werden soll. Damit sich noch weiterhin an der Handdruckspritze erfreut werden kann, hat sie heute einen Ehrenplatz im Traditionszimmer des neuen Feuerwehrger\u00e4tehauses in Oberbodnitz. Dort wird sie regelm\u00e4\u00dfig von Kameraden der FFW Oberbodnitz gewartet und f\u00fcr die bevorstehenden \u201eEins\u00e4tze\u201c vorbereitet. So r\u00fccken die Feuerwehrm\u00e4nner durchschnittlich zwei Mal im Jahr zu historischen oder Festumz\u00fcgen aus. Aber auch noch kleinere \u201eL\u00f6scheins\u00e4tze\u201c werden noch absolviert, wie zum Beispiel zum 70. Geburtstag vom langj\u00e4hrigen Feuerwehrmann Dieter Zipfel als Anerkennung f\u00fcr seine Verdienste um die Oberbodnitzer Feuerwehr und ihre Handdruckspritze. <\/p>\n\n\n\n<p>T.S. (Juni 2006)<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der Oberbodnitzer Feuerwehr &#8211; Handdruckspritze In mehreren Gemeinden unserer Verwaltungsgemeinschaft gibt es sie noch, die alte Feuerwehrtechnik, wie zum Beispiel die alten Handdruckspritzen. Sie \u00fcbernahmen in den Gr\u00fcndungszeiten der Freiwilligen Feuerwehren bis zur \u201eMotorisierung\u201c die Wasserversorgung bei L\u00f6scheins\u00e4tzen. Eine der bekanntesten Handdruckspritzen in unserer Gegend ist in Besitz der Oberbodnitzer Feuerwehr. 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